Wintermantel-Sew-Along: Fortschritt – Brauche ich Schulterpolster?

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Heute ist schon das nächste Treffen beim Wintermantel-Sew-Along, moderiert vom MeMadeMittwoch: Fortschritte und die Frage, ob Schulterpolster notwendig sind.

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Meine Fortschritte bestehen darin, dass ich ein Probemodell genäht habe.

Zur Erinnerung: Ich möchte die „Jacke 621011“ von Zwischenmass nähen und habe dafür einen rostbraunen Wollstoff mit passendem Steppfutter vorgesehen.

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Ich hatte zu viele offene Fragen:

  • Größenwahl (Zwischenmass hat ein eigenes Größensystem für dreierlei Körpergrößen und unterschiedliche Figuren)
  • Welche Taschen passen zu dieser Jacke? Vorgesehen ist eine Gürteltasche.
  • In die Ärmel können optional Stulpen aus Bündchenstoff eingesetzt werden, evtl. sogar mit Daumenloch. Da aber das Ganze ja gefüttert ist, war mir die Vorgehensweise unklar.
  • Das Füttern der Jacke: Passt mein Steppfutter unter den Wollstoff und kann ich mich noch bewegen? Beherrsche ich es, ein Futter einzunähen, ohne dass es unten rausspitzelt ?

Da blieb nur Ausprobieren mit ähnlichen Bedingungen. Also nahm ich einen eher dünner Wollstoff mit Steppfutter und Bündchen.

Die Größenwahl

Die Größe entscheidet sich bei diesem System salopp ausgedrückt nach der „Länge“ und „Breite“, also Körpergröße (160 / 168 /176) und Brustumfang (bzw. Taille, Hüfte,..) . Nach dem Abmessen entschied ich mich für die Größe M168, speziell BU 104.

Länge und Weite passt, ich brauche auch keine Schulterpolter:

 

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Die Taschen

Irgendwie hatte sich in meinen Kopf festgesetzt, dass ich einseitige Paspeltaschen für diese Jacke will. Elke von ellepuls hat diese Woche ein Tutorial für solche Taschen veröffentlicht, das war richtig gut und ich konnte es gleich ausprobieren.

Zuerst wollte ich die Taschen waagerecht einsetzten, dann schräg (man kommt mit den Händen besser rein). Als ich ein Bild bei Instagram mit verschieden aufgesteckten Patten postete, war die Mehrheit für schräg. Und dann kam mir die Idee, es senkrecht zu probieren.

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Die Taschen fügen sich gut ein, tragen nicht auf. Die Taschenbeutelform habe ich etwas nach unten erweitert, so dass nicht gleich alles herausfällt. Ich habe vorrangig die Autoschlüssel in der Jackentasche und die sollten drinbleiben.

Hier das Bild vom Schnittmuster-Erstellen für den Taschenbeutel.

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Das Einnähen ist mir gut gelungen, da bin ich ganz zufrieden.

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Die Stulpen

Der Armabschluss ist weit, wie meist bei Jacken. Daher besteht die Möglichkeit, ein langes Bündchen („Stulpen“), evtl. mit Daumenloch, einzunähen, damit es am Armabschluß „dicht“ ist.

Ich habe mich stur an die knapp gehaltene Anleitung gehalten.

Bündchen drüber ziehen und annähen:

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Hochklappen und nochmals festnähen:

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Ergibt dann ein Bündchen, an das dann ganz zum Schluß auch noch das Futter angenäht wird.

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Das Ende des Bündchens soll nicht an der Saumkante des Ärmels sein, sondern weiter innen (so ca. 5 cm). Das habe ich anfangs nicht richtig verstanden und habe an der Saumkante einfach 2 cm tief abgesteppt. Das ergab einen furchtbaren Armabschluss:

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Da wollte der Stoffärmel nicht richtig nach vorne drüberfallen. Beim zweiten Ärmel nähte ich auf der Ärmelnaht den umgefalteten Stoff fest und steppte erst dann in 3 cm Tiefe ab. Hier beide Ärmel im Vergleich

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Das hieß also auftrennen und besser machen!

Das Futter

Ich mag es, wenn die Futterschnittteile im Schnittmuster enthalten sind! Da passt das Futter gleich viel besser rein. Genial ist hier der vordere Abschluss, vorne zum Reißverschluss läuft es schräg, gefällt mir richtig gut.

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Einen Fehler habe ich auch hier gemacht. Als ich den Reißverschluss eingenäht habe, habe ich ihn von rechts in einem Zentimeter Breite abgesteppt, auch ganz runter bis zum Saum. Dadurch konnte ich nicht sauber wenden und musste einiges auftrennen (und in diesem Stoff findet man fast keinen schwarzen Nähfaden!!!).

Doch mit viel Licht und „über die Brille schielen“ habe ich das Trennen geschafft und habe nun ein ordentliches Futter und eine Jacke, die an beiden Vorderteilen auf gleicher Höhe endet.

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An den Armen ist noch etwas viel Stoff innen, evtl. muss ich da die Futterärmel einen Tick kürzer machen.

Die Probejacke

Die Jacke ist ganz gut geworden, gelernt habe ich vieles und ich hoffe, dass ich die „richtige“ Jacke schneller nähe. Wahrscheinlich werde ich andere Fehler machen… .

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Ein bißchen unzufrieden bin ich mit der Erscheinungsform der Jacke, in diesem grau ist sie sehr langweilig.

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Ich habe dann ein Tuch dazu kombiniert, das sah schon etwas besser aus.

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Hier habe ich auch den unfertigen Gürtel durch die Gürtelschlaufen gezogen. Zumindest von hinten sieht es etwas nach Taille aus.

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Wie wird nun die richtige Jacke?

Ich überlege, aufgesetzte Taschen zu nähen, damit die Jacke nicht so gleichförmig wird. Evtl. sind auch schräge Paspeltaschen gut, da sie mehr auffallen als die senkrecht eingesetzten. Und etwas „Blickfang“ kann die Jacke gut vertragen.

Die Stulpen möchte ich in der richtigen Jacke aus einen Strickstoff nähen, der nicht so straff sitzt wie der Bündchenstoff. Ich kann es mir aber gut vorstellen. Auf das Daumenloch werde ich verzichten.

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In der Gürtelfrage bin ich unschlüssig.

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Hat jemand eine Idee, wie man die Jacke etwas „aufpeppen“ könnte? Im Beispielmodell des Schnittmusters ist das graue Walkmodell mit schwarzer Spitze dekoriert. Das passt nicht so wirklich zu mir. Bietet vielleicht eine Unterteilung einen Blickfang,? Oder Armpatches? Oder sonst was?

In zwei Wochen ist unser nächtes Treffen zum Wintermantel-Sew-Along: „Futter und letzte Schritte“. Ich hoffe, dass ich bis dahin mit der rostbraunen Jacke schon recht weit gekommen sein werde.

 

Liebe Grüße

Ines

 

Stoff
graue Viskose (MaxMara) vom örtlichen Stoffladen

Schnitt
Jacke 621011 (Zwischenmass)

verlinkt
Wintermantel-Sew-Along (MeMadeMittwoch)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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15 Gedanken zu „Wintermantel-Sew-Along: Fortschritt – Brauche ich Schulterpolster?

  1. Tina

    Danke für die umfangreichen Erklärungen und den Link zum Paspeltaschentutorial. Werde ich mir merken. Also ich finde die Jacke so sehr gut, aber ich mag eher schlichtes, unauffälliges sehr gerne. Bin schon auf das Endprodukt gespannt! LG

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ja, die Erklärungen zur Paspeltasche kamen zur rechten Zeit. Ich mag ja auch eher schlicht, aber die Jacke ist mir ein bißchen zu schlicht.
      LG Ines

      Antworten
  2. Bellana

    Da hast Du ja bereits eine fertige Jacke, die Du gut tragen kannst. Bei Jacken finde ich Gürtel immer etwas schwierig, weil es vorne so dick wird. Ich habe eine ältere Kaufjacke, bei der nur im Rücken ein eingenähtes breites Gummiband etwas für Taillierung sorgt. Ich bin gespannt, wie nun Deine endgültige Version wird.
    Grüßle Bellana

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ich bin mir mit dem Gürtel auch unsicher. Ich muss mich eben vor dem Futter einnähen entscheiden. Von daher bin ich auch gespannt!
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  3. Janine

    Wie genial. Du hast alle Fehler am Probemodell gemacht und am Ende bleibt dir sogar noch ein tragbares Probemodell. Super.
    Ich könnte mir vorstellen, dass schräge Paspeltaschen gut aussehen und die geraden Linien unterbrechen. Du könntest auch den Rücken oben unterteilen (gerade oder mit Bogen?) Oder kontrastfarbene Nähte verwenden.
    Oder einen andersfarbigen Gürtel?

    Liebe Grüße und viel Erfolg

    Janine

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Und ich habe viele Fehler gemacht… Und viel getrennt. Auf Anhieb geklappt haben nur die Paspeltaschen (und das normale Zusammennähen). Weil ich das geahnt habe, erschien mir ein Probemodell ganz sinnvoll. Schräge Paspltaschen werde ich wohl machen. Kontrastfarbenes Garn fiel mir heute Nacht auch ein und ich habe einen braunen wildlederartigen Stoff. Ich bin am Überlegen, ob ich damit irgendwie Akkzente setze.
      Sei lieb gegrüßt
      Ines

      Antworten
  4. Anke

    Da braucht man doch keine weitere Jacke, diese ist doch schon echt toll geworden! Die Fehler sieht man nicht, trennen gehört doch dazu. LG Anke

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ich habe doch den Ehrgeit, bei jedem größeren Projekt was neues zu lernen. Und dann mag ich es, was zu nähen, wo das Ergebnis normalerweise passt – was ich hier auch hoffe!
      Liebe Grüße
      Ines

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  5. made with Blümchen

    Wow, warst Du fleissig, liebe Ines! Eine ganze Probejacke schon fertig, toll. Find ich toll, wie freimütig Du über die Fehler berichtest. Ich wünsch Dir, dass die zweite Jacke jetzt flott von der Hand geht. lg, Gabi

    Antworten
  6. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

    Ich habe auch endlich Zeit zur Nähen! Seit anderthalb Wochen ist hier fast schon Winterpause eingekehrt und ich nähe seither die Stoffstapel im Nähzimmer ab.
    Das Trenne war so ätzend, da ich den Faden fast nicht gesehen habe. Im Januar bekomme ich hoffentlich (!!) eine neue Brille, dann wird zumindest das Sehen besser. Und die rostbraune Jacke müsste jetzt schneller laufen, ich weiß, worauf ich besser achten muss und was ich nicht tun sollte. Ich bin eigentlich jetz noch auf der Suche nach Akkzenten….
    Liebe Grüße
    Ines

    Antworten
  7. Mirjam

    Deine Probejacke gefällt mir schon richtig gut! Für meinen Geschmack müsste sie auch nicht unbedingt noch weiter aufgepeppt werden. Bunte Herbst-Accessoires auf dem Kopf und um den Hals oder eine farbige Hose dazu, da wirkt das Grau der Jacke doch dann schön ausgleichend

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Vermutlich werde ich die Jacke mit orange/roten Accessoires tragen. Für die „richtige“ Jacke bin ich am Überlegen, ob ich da irgendwie Akkzente setze: andersfarbiges Absteppgarn, Teilungsnähte, andere Taschen, Akkzente mit braunem Stoff… Falls Du noch eine Idee hast?
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  8. Pingback: The Sewing Oscars 2016 | Nähzimmerplaudereien

Ich freu mich über Deine Worte: