Wintermantel-Sew-Along: Finale

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Geschafft! Gestern Abend bin ich mit meiner Winterjacke fertig geworden. Ohne den „Druck“ des Finales heute, hätte ich die Jacke wahrscheinlich noch eine Weile vor mir her geschoben.

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Doch nun das ganze Projekt im Schnelldurchlauf.

Mein Schnittmuster
(ausführlicher Blogposts zur Inspiration  hier und zur Entscheidung hier)

Die Jacke 6201011 von Zwischenmass ist eine etwas längere leicht taillierte Jacke mit Reißverschluss , längeren eingenähten Bündchen/Stulpen, hohem Stehkragen und der Möglichkeit, einen Gürtel dazu zu nähen.

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Quelle: http://www.zwischenmass.com

Am schwierigsten an der ganzen Sache fand ich die Auswahl der Stoffe und der Zutaten.  Eigentlich wollte ich einen dicken warmen Wollstoff in grau, der dann nur ein dünnes Futter benötigt. Gefunden habe ich aber nur: Einen rostbraunen Wollstoff, einseitigen Steppstoff und eine Metallreißverschluss.

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Die Probejacke

Da mir die Schnittmuster von Zwischenmass und ihr Größensystem unbekannt waren, entschloss ich mich zu einer Probejacke (ausführlicher Post hier).

Die Jacke passte, ich machte einiges Nähfehler und hoffte, die endgültige Version der Jacke zügig und fehlerfrei nähen zu können.

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Meine Jacke

Das Nähen der rostbraunen  Jacke verlief relativ zügig. Ich wusste, welche Markierungen unbedingt nötig sind (die Saumlinie!), was ich anders machen würde (andere Taschen und kein Daumenloch in der Stulpe) und lernte wieder etwas dazu (eingenähte Stulpen samt Futterärmel).

Die Taschen

Das Schnittmuster sieht keine Taschen vor. Beigefügt ist eine Gürteltasche. Da ich meine kaum vorhandene Taille nicht betonen möchte, kam diese für mich nicht in Frage. Bei der Probejacke hatte ich senkrechte einseitige Papseltaschen eingearbeitet. Nun wollte ich schräge Taschen, deren Papsel aus einem anderen Stoff sind:

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Vermutlich wäre es besser gewesen, die Paspel nicht einzuarbeiten, sondern komplett von der seitlichen Nahtlinie bis zum Abnäher zu nähen. So wirft es leichte Falten.

Die Schräge war von der Vorstellung schwierig, also ob die Innentasche beim Aufnähen schräg oder gerade aufgelegt wird. Hier nun ein Bild „von innen“:

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Der Kragen

Den Außenkragen habe ich ebenfalls aus dem Kontraststoff gearbeitet. Das gefällt mir ganz gut:

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Der Reißverschluss

Mein Metallreißverschluss „zickt“ etwas. Dies habe leider erst nach dem Einnähen gemerkt. Ich hoffe, im Gebrauch wird dies besser.

Ein wenig ärgerlich ist, dass ich nach der Zutatenliste einen Reißverschluss mit 70 cm Länge gekauft habe, die Jacke aber einen mit 5 cm mehr gut vertragen hätte. Dies wusste ich zwar bereits nach der Probejacke, da wollte ich aber meinen Reißverschluss nicht mehr umtauschen.

Der Vorteil ist aber die etwas größere Bewegungsfreiheit, die sich dadurch an den Hüften ergibt.

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Das Futter

Mein Futter, das ich farblich passend zum Oberstoff fand, ist ein Steppfutter, das nur auf einer Seite mit Stoff belegt ist, d.h. am Oberstoff liegt links das nicht so rutschige Vlies. Dies stört mich aber nicht, da die Futterjacke einges an Bewegungsfreiheit bietet – der Vorteil von separaten Futterschnitten. Diese haben meist wie hier eine Bewegungsfalte und sind mit den Oberstoffschnittteilen nicht identisch.

Es raschelt ein wenig, aber da hoffe ich, dass mich dies im Gebrauch nicht stört.

Genial ist die Einarbeitung des Futter: Vorne an den Belegen fast an der Kante, am restlichen Saum so weit oben, dass es nicht rausspitzelt. Da empfand ich die Nähanleitung sehr gut.

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Und im Gesamten:

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Meine größten Schwierigkeiten hatte ich beim Annähen der Futterärmel. Also nicht generell, sondern dass der Oberstoffärmel schön nach vorne fällt und es an der Naht, an der Oberstoff, Futter und die Stulpen zusammentreffen kein Gewurtstel entsteht. Durch die bereits zuvor eingearbeiteten Stulpen und meinen Fehler, die Saumlänge am Ärmel zuerst nicht korrekt festgelegt zu haben, musste ich da einiges trennen müssen und habe schlußendlich festgestellt, dass der Saum nicht abgesteppt werden muss… .

Sonstiges

Ich habe mich gegen einen Gürtel entschieden. Mir gefällt es momentan ohne die stärkere Taillierung besser.

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Gelernt habe ich beim Nähen sehr viel. Und an wichtigesten erscheint mir, den „richtigen“ Stoff mit dem dazu passenden Futter zu auszuwählen. Wenn mir also der Traumstoff begegnet, werde ich mit mindestens 2,50 m zuschlagen.

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Denn von einer dicken Wolljacke in grau träume ich weiterhin – auch wenn ich mit meinen ersten gefütterten Jacken zu frieden bin.

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Nun freue ich mich auf viel Inspriation beim Finale des Wintermantel-Sew-Alongs des MeMadeMittwochs, denn nach dem Sew-Along ist ja vor dem Sew-Along.

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Liebe Grüße

Ines

 

Stoffe und Zutaten
örtlicher Stoffhandel

Schnitt
Jacke 651011 von Zwischenmass

verlinkt
MeMadeMittwoch – Finale des Wintemantelsewalongs

 

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25 Gedanken zu „Wintermantel-Sew-Along: Finale

  1. Ute "Schneiderherz"

    Glückwunsch zur schönen mollig warmen Winterjacke 🙂 Ich beneide Dich ein wenig um das Steppfutter- mein Mantel hat nur ein normales bekommen und ist somit nicht wirklich winterwarm. Mir ging es übrigens wie Dir- ohne den Termindruck hätte ich mein Projekt auch noch nicht fertig- da war es wirklich gut, diesen virtuellen Anschubser zu haben.

    Liebe Grüße aus Flensburg
    Ute

    Ach ja- Tipp zum zickenden Reißverschluss: Einfach mit ein wenig Kerzenwachs über die Zähnchen reiben- meist hört das leichte Hakeln dann auf

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Liebe Ute,
      ja, ich hoffe, das Steppfutter gibt warm – ich bin ja eine Frostbeule. Beim Reißverschluss ist eher das Problem, dass das „EInfädeln“ so schwer geht und ich manchmal ewig brauche, bis ich den Zipper hochziehen kann.
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  2. Doro

    Mit dieser schönen Jacke wirst du sicher gut durch den kalten Winter kommen! Ich mag auch die Farbe, das Wetter ist oft grau genug …
    Liebe Grüße von Doro

    Antworten
  3. Janine

    Ja so ein bisschen Druck ist doch gut. Und das Ergebnis ist wirklich toll geworden. Gratuliere. Wenn dir also albald ein Traumstoff in grau über den Weg läuft: Zuschlagen und Traum verwirklichen. Und bis dahin (und drüber hinaus): Genieß deine tolle Jacke.

    Janine

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ja, meist ist bei mir zwar ohne Druck besser. Aber dieses MAl war es ganz gut. Und der nächste Traumstoff wird gekauft!
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Meine Figur ist einfach nicht mehr taillenbetonend, so etwas weiter fallend ist besser. Und da fand ich es gut, dass die Jacke mit und ohne Gürtel funtkioniert.
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  4. Bellana

    Glückwunsch zur Deiner warmen Winterjacke! Diese Jacke, die ich sehr gelungen finde, ist vermutlich um einiges wärmer als mein Mantel. Und ich finde auch, dass diese Jacke keinen Gürtel braucht.
    Grüßle Bellana

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ich hoffe, dass die Jacke warm gibt. Für den richtigen Frost wird es zwar nicht reichen, aber wir wollen uns ja zum nächsten WSA noch steigern!
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  5. Astrid

    Liebe Ines!

    Ich verfolge deinen Blog schon lange und freue mich immer wenn du etwas Fertiges präsentierst. Die Auswahl der Modelle und Stoffe passt zu dir – und wenn ich auch eher das Verspielte und Bunte liebe, so denke ich oft beim Stoff besorgen an dich, damit es nicht zu verrückt wird….denn einfärbige Stoffe lassen sich einfach besser kombinieren!

    Ein Gruß aus dem schönen Oberösterreich!
    Astrid

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Liebe Astrid,
      Dein Kommentar heute freut mich richtig! Meinem Mann nähe ich ja auch zu „unbunt“, aber ich fühle mich in dezenten Farben wohler. Lieber dann ein buntes Tuch o.a. Und dann kann man ja das Bunte beim Patchworken so richtig ausleben.
      Liebe Grüße nach Oberösterreich
      Ines

      Antworten
  6. Silke

    Mir gefiel schon deine Probejacke sehr gut. Dieses Model in braun find ich , -mit all den kleinen Details-, auch sehr gelungen. Solch eingenähte Stulpen muß ich irgendwann auch mal in ausprobieren.
    viele Grüße
    Silke

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Liebe Silke,
      an meine Probejacke muß ich noch mal ran, da fehlt mir ein bißchen der „Pep“. Aber ich habe sie haups wegen der Passform genäht und nun habe ich zwei Jacken. Und die Stulpen sind echt toll, grad bei so weiten Mantelärmeln.
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  7. JUDY

    Gefällt mir gut! Ich würde sie auch ohne Gürtel tragen (hab nämlich auch keine Taille 🙂 )
    Gratuliere zu dem schönen Stück, ach nee, zu den ZWEI schönen Stücken!
    LG Judy

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Liebe Judy,
      Danke! Ich hoffe, ich kann die Jacke recht oft tragen und die erste Jacke bekommt noch ein wenig ein „Makeover“.
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  8. Miriam

    Die braune Jacke gefällt mir viel besser als das Probeteil. Die Taschen zu ändern und auf den Gürtel zu verzichten war eine gute Wahl. Besondersten gefällt mir, dass du einen anderen Stoff für den Kragen gewählt hast.
    Viele Grüße Miriam

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Liebe Miriam,
      in der rostbraunen fühle ich mich auch viel wohler, da „passt“ es besser. Und die Details aus dem anderen Stoff fand ich auch ganz gut.
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  9. Martin Roth

    Tolle Details hast du eingearbeitet, die Jacke ist wundervoll gelungen. Mir gefällts mit dem Gürtel zwar besser, aber das ist ja nunmal Geschmackssache und wenn du dich so wohler fühlst ist es so auch besser. Liebe Grüsse Martina

    Antworten
  10. made with Blümchen

    Oh, ich finde die Jacke ist Dir sehr schön gelungen. Ich schätze immer deine Detailfotos so sehr und wie exakt Du arbeitest! Bei mir hat nicht einmal der Druck zum Finale gereicht, zu viel Anderes ist derzeit los. Mir fehlt der Mantel, ich brauche ihn eigentlich ganz dringend. Hoffentlich schaffe ich es am kommenden Wochenende, mich wieder mal zur Nähmaschine zu setzen, ich nehme es mir fest vor. (Und für mich habe ich beschlossen, dass ich leider nicht der Typ für sew-alongs bin. Wenn ich was nähe, dann will ich flott fertig sein, dann sitze ich gerne mal drei, vier Abende hintereinander und dann ist es auch gut. Mir tut’s bei sew-alongs immer so leid dass ich dann viel zu wenig Zeit habe, bei den anderen mitzulesen und zu kommentieren; das ist ja dann auch nicht Sinn der Sache…) lg, Gabi

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Oh Gabi, ich wünsche Dir so, dass neben all deinen Planungen und Vorbereitungen auch wieder Zeit für die Nähmaschine übrig bleibt. Aber meist geht das ja nur, wenn auch der Kopf ein Stück weit frei ist und die dringend zu erledigende Arbeit erledigt ist…
      Die zweite Jacke ging relativ flott und ich habe sie auch im Einsatz. Etwas wärmer dürfte sie sein, aber es muss ja eine Steigerung möglich sein. Sew-Along sind oft ein zweischneidiges Schwert. Manchmal hilft mir der zeitliche Druck, es wirklich zu nähen und mich ranzuhalten. Andererseits nähe ich wie Du lieber am Stück. Jetzt im Herbst war es für mich ganz passend mit den Sew-Alongs, da hatte ich oft wenig Nähzeit am Stück.
      Ganz liebe Grüße
      Ines

      Antworten
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