“Cording” – also das Einziehen von Kordeln zwischen zwei Stoffschichten – ist heute Thema der Stoffspielereien, die bei Martina vom Blog Machwerk Station machen. Hier bei mir gibt es dieses Mal wirklich nur eine kleine Spielerei – neben der Grübelei um die Weltsituation  ist auch die Zeit im Nähzimmer ungeplant sehr knapp,

Gerne werden beim Cording die Tunnel mit Handstichen genäht. Vermutlich gibt es bei den Beiträgen der anderen Stoffspielerinnen viele Ideen dazu!
Da ich aufgrund meiner Augen nicht mehr so gut von Hand nähen kann, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, einen Tunnel so mit der Nähmaschine zu nähen, dass eine Kordel drin sein kann. Mein erster Versuch gefiel mir gut, so dass ich da einen zweiten – dokumentieren – Versuch starten wollte.

Meine Überlegung war, dass ich für den unteren Stoff einen sehr festen Stoff nehme (schwarz) und für den Stoff, der von oben die Kordel umschließt, einen sehr weichen nehme (blau meliert). Als Kordel habe ich eine Art Seil verwendet. Ich konnte vor ein paar Wochen von einem 4 mm dicken Seil 240 Meter für 9,99 € erstehen – also genug Material zum Ausprobieren.

Des weiteren habe ich unter meinen Nähfüßen auch einen, bei dem in der Sohle unten eine große Rille ist, durch die man eine Kordel laufen lassen kann. Bei den Stoffspielereien zum Thema “Nähfüße” habe ich diesen “Strickwarenfuß” auch schon einmal verwendet. Hier auf dem Foto habe ich ausprobiert, ob die Kordel gut durch diese Rille passt.

Die beiden Stoffe habe ich aufeinander gelegt und mit einem Lineal gleichmäßige Bögen aufgezeichnet.

Auf dieser Wellenlinie habe ich die beiden Lagen zusammengenäht.

Dann die obere Lage angehoben, das Seil dazwischengelegt,

und dann mit dem Strickwarenfuß und verstellter Nadel links von der Kordel knappkantig genäht.

Die Wellen sind nicht so einfach faltenfrei zu bekommen wie eine gerade Linie, aber mit den Fingern ging es ganz gut, den Stoff dicht um die Kordel zu legen. Die Führungsrille des Nähfusses ist eine geniale Hilfe und so musste ich nicht einmal langsam nähen.

 

Im Nähfuß-Abstand habe ich zur ersten eingenähten Kordel eine weitere Naht genäht,

und auch wieder eine Kordel dazwischen geschoben.

Und auch noch eine dritte Kordel. Die dadurch entstehende Textur des Stoffes gefällt mir sehr!

Um den so gestalteten Stoff auch verwenden zu können, sollte an der Kante – also in der Nahtzugabe – keine Kordel drin sein, damit die Naht gerade und gut geschlossen ist. Zwar habe ich die Kordel nicht nachträglich in einen Tunnel eingezogen, doch konnte ich trotzdem den Stoff am Rand etwas zurückschieben und die Kordel entsprechend abschneiden.

So wird die Nahtzugabe eben – hier drücke ich mit einer Scherenklinge am Rand runter, um dies zu verdeutlichen .

Auf der Rückseite ist der Stoff plan, was mir wichtig war.

Im Stoffschrank habe ich einige Reste weicher Double Gauze gefunden. Der Plan ist es, Streifen zu schneiden, diese zu einem Panel zusammen zu nähen und dann die Kordeln einzunähen, denn ich brauche dringend eine gut gepolsterte Laptophülle.

Ich bin nun sehr gespannt auf die Ideen der anderen Stoffspielerinnen – denn mit Cording lassen sich tolle Muster erstellen – gerade wenn man mit Handstichen näht. Mit meiner Methode lassen sich nur nicht kreuzende gerade und geschwungene Linien erzeugen. Es lohnt sich, bei Martina auf dem Machwerk-Blog zu lesen!

Liebe Grüße

Ines

 

Die Stoffspielereien

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