Nach über zwei Jahren habe ich endlich mein Projekt “Winterjacke” abgeschlossen! Dank Tina Tina Blogsberg, mit der ich einen privaten SewAlong veranstaltet habe, ist die Jacke noch für die letzten kalten Tage dieses Winters fertig geworden. Da wir beide den Wintermantel-SewAlong auf dem MeMadeMittwoch-Blog in den letzten Jahren vermisst hatten, beschlossen wir, wir treffen uns zum Nähen – sonst legen wir den Stoff und Schnitt noch weiter im Nähzimmer von einer Ecke in die andere. Wir hatten beide vorher schon zugeschnitten und die Einlagen aufgebügelt. Und als wir letzte Woche auseinandergingen, hatte jede nur noch Kleinigkeiten zum Fertigmachen. 

Ich kaufte mir schon im November 2016 den Schnitt “Bamboo” von WafflePatterns: eine gerade geschnittene gefütterte Jacke, wobei ich mich für den rückwärtigem Schlitz, die Leistentaschen, die verdeckte Knopfleiste und den Reverskragen entschied – der Schnitt bietet allerlei Alternativen. Dazu erstand ich auch schon vor fast 2,5 Jahren einen dunkelgrauen Wollstoff und ein rotes Flutschfutter sowie Thinsulate als Einlage.

Und damit begann in diesem Winter das Drama: als wir beschlossen, dass wir zusammen nähen, suchte ich meine Kiste mit Stoff und Schnitt (den hatte ich bereits zwei Jahre schon ausgeschnitten…) heraus – und es fehlte das Thinsulate! Ich suchte in jeder Ecke im Nähzimmer, aber vermutlich habe ich dieses Vlies für einen Quilt verarbeitet und es war und ist weiter unauffindbar. Gerade dieses Einlage aus Thinsulate hatte mich vorrangig am Projekt gehindert, da ich nicht wusste, wie ich das am geschicktestes verwende. Das hatte sich ja nun erledigt. Ich nahm stattdessen ein fertiges Steppfutter, um es wenigstens ein bißchen “warm” zu haben.

Die nächste Hürde waren die einseitigen Leistentaschen, die mir an diesem Schnitt gut gefielen. In diesem Punkt passte die Anleitung und das Ergebnis für mich dagegen überhaupt nicht. Ich habe 6 Probe-Leistentaschen genäht, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war (Damit ihr alle auch was davon habt, gibt es dazu ein Tutorial auf dem BERNINA Blog).

insgesamt betrachtet ist die Jacke ein wenig “wuchtig” geworden.

Vermutlich hätte ich eine Größe kleiner nehmen können – ich habe Gr. 46 zugeschnitten. Das Steppfutter ist auch nicht ideal, da es etwas staucht.

Aber wie sagte Tina beim Nähen: “Das ist doch das Tolle daran, wir lernen bei jedem Projekt etwas dazu.” Bei einem nächsten “Bamboo” würde ich daher Außenstoff und Futter von der Dicke besser aufeinander abstimmen. Hier habe ich es etwas “zu gut” gemeint.

Ein “fließendes” Futter ist für einen solchen Mantel vermutlich  besser geeignet. Und zum Wärmen dann eben die extra Einlage, die auf die Oberstoffschnittteile drauf sollte.

An der verdeckten Knopfleiste hätte man ein oder zwei Lagen auch durch einem dünnen Futterstoff ersetzen können, das ist etwas dick.

Den Saum des Oberstoffes habe ich von Hand gesäumt und dann wie vorgeschlagen auch das Futter von Hand angesäumt. Da habe ich die extra Schnittteile für den Futtermantel schätzen gelernt, denn es passte recht gut.

Trotz der erwähnten Kritikpunkte bin ich mit der Jacke sehr zufrieden, denn im Großen und Ganzen passt sie, gibt warm und ist ein zeitloses Stück in meinem Kleiderschrank, welches nicht nur für eine Saison ist.

Der nächste kalte Winter kommt bestimmt  und dann kann ich die warme Winterjacke sicher noch öfters anziehen als noch in diesen letzten Wintertagen.

Liebe Grüße

Ines

 

Material
Wollstoff aus einem Online-Stoffhandel
Steppfutter: örtlicher Stoffladen

Schnitt
Bamboo von WafflePatterns in Gr. 46
mit Reverskragen, Leistentaschen, verdeckter Knopfleiste und rückwärtigem Schlitz

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