Ich mag ja gerne Blusen – nur manchmal ist eine Bluse in meinem Alltag nicht so geeignet, da sie zu fein wirkt (bei mir geht es manchmal habhafter zu). Daher greife ich morgens meist lieber zu einem Shirt: nicht zu fein für den Alltag, etwas gemütlicher durch den weichen Stoff und nach dem Waschen bügelfrei. Denn obwohl ich beim Nähen wirklich sehr gerne bügle, mag ich das Bügeln von gewaschener Kleidung nicht so besonders. Daher fand ich die Idee einer Bluse aus Jersey, wie Ingrid von B-PATTERNS eine vorstellte, sehr interessant.

Im Probenähen des Schnittes fand ein richtiges Arbeiten statt – da wurde angepasst, überlegt und verändert. Ingrid ging es nicht darum, möglichst schnell ihre Bluse egal wie rauszubringen, sondern der Schnitt sollte gut sein, sollte passen, sollte schön sein. Und meiner Meinung nach ist ihr das mit der endgültigen Version des Schnittes wirklich gelungenen. Da ich ja schon mehrmals Schnitte zur Probe genäht habt, empfand ich diese Vorgehensweise ehrlich und gut.

Da sitzt der Abnäher an der richtigen Stelle, da hat der Ärmel die richtige Länge. Und wenn hier an meiner Bluse der Kragen an der rückwärtigen Mitte noch etwas absteht – auch das wurde an der finalen Version noch angepasst.

Das Schnittmuster hat mehrere Möglichkeiten: drei unterschiedliche Armabschlüsse (klassische Manschette, Umkrempelmanschette wie bei mir oder Kurzarm), optionale Brusttaschen und Falte am Rücken. Was die Bluse jedoch einzigartig macht, ist ihr Kragen.

Besonders schön fand ich, dass Ingrid mein Tutorial zur Streifenversäuberung bei einem Bündchen am hinteren Halsausschnitt in der Anleitung verlinkt hat – so ein ordentlicher hinterer Halsausschnitt wertet nochmals auf.

Mein Stoff ist ein Jaquard-Jersey von Albstoffe – wunderbar zu tragen und gräßlich zum Zuschneiden. Da ich alle Bekleidungsstoffe vorwasche, hatte ich das Gefühl, dass der Stoff sehr verzogen ist. Irgendwie waren die Punkte nicht in die Reihe zu bekommen. Entweder waren die Punkte schief oder der Fadenlauf. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, bei solchen schwierigen Stoffen nicht im Stoffbruch zuzuschneiden, sondern das Schnittteil aufzulegen, bis zum imaginären Stoffbruch ausschneiden und dann das Schnittteil akkurat umzustecken und dann erst die zweite Hälfte zuzuschneiden. Das dauert zwar deutlich länger, aber bei komplizierten Stoffen finde ich das Ergebnis einfach viel besser.

Ich trage die Jerseybluse sehr gern. Ein unerwarteter Vorteil der Bluse ist, dass die 3/4-Ärmel vorne bleiben und nicht zurückrutschen, da sie nicht zu weit sind – sehr angenehm!

Auf die Brusttaschen habe ich verzichtet – ich mag keine solchen Taschen, habe aber die Quetschfalten im Rücken genäht. Die mag ich auch gerne.

Stoff für eine kurzärmelige Version habe ich hier liegen, wenn die Nähzeit auch so rumliegen würde…

Liebe Grüße

Ines

 

PS
Ich probiere gerade ein neues Kommentarfeld aus (DSGVO lässt grüßen) – falls das eine nicht funktioniert, probiert es bitte am anderen.

 

Material
Jaquard-Strick-Jersey von Albstoffe über Eulenmeisterei

Schnitt
Jerseybluse Umeko_B von B-PATTERNS
wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt.

verlinkt
RUMS