Ich habe mir eine Softshelljacke genäht! Seit über einem Jahr hortete ich dazu den Stoff (blau meliert), den Schnitt (Susan von pattydoo), ergänzte immer wieder die nötigen Zubehörsachen wie Reißverschlüsse, Bündchen und Reflexpaspel. Der Schnitt war auch bereits zum Auflegen fertig ausgeschnitten, aber irgendwie wollte ich nicht so recht dran. Die Kiste mit allem wanderte von einem Regalbrett zum anderen.

Doch dann: mein Mann und ich planten ein paar Tage Urlaub – allein – ohne Kinder – in den Bergen – Ende Oktober: da brauchte ich nach all den heißen Sommertagen eine ordentliche, einigermaßen wetterdichte Jacke.

Seit dem Kauf meines Damenschnittmusters im letztjährigen Sommer (…) brachte pattydoo ein Schnittmuster für eine Männer-Softshelljacke heraus, und dieses Schnittmuster hatte all das, was mir nicht so recht an der Damenvariante gefiel: die Kapuze kann mit einem Reißverschluß statt Druckknöpfen abgemacht werden, der Ärmel kann mit Bündchen genäht werden und die Kapuze hat einen Längenversteller. Da der Urlaub nahte, wollte ich schon das Männerschnittmuster kaufen  – kann man in unserem Haushalt ja immer gebrauchen – und die Details auf mein Schnittmuster anwenden, da stellte pattydoo die von mir gewünschten Details in der Damenvariante als kostenloses Add-On zur Verfügung.

Das war das Startsignal: Add-On runterladen, Schnittteile ausschneiden, am nächsten Tag zuschneiden. einen Samstagabend und einen Sonntag lang nähen und meine Jacke wurde fast eine Woche vor unserem Urlaub fertig!

Die Jacke war ideal für unsere Touren rauf auf die Berge – denn dort lag tatsächlich Schnee und der Wind pfiff ordentlich. Softshell empfand ich als ideal, da ich nicht schwitzte, es genügend warm hatte, der Wind aber dennoch gut abgehalten wurde. Ich habe die Jacke auch bewusst nicht körpernah zugeschnitten und genäht, da ich gerne einen Pulli drunter ziehen wollte. Bei der Damenvariante des Schnittes wird gerne bemängelt, dass es im Rücken zu weit ist, ich mag es gerne so und habe daran nichts verändert.

Ich habe sogar an eine Reflexpaspel in den Wiener Nähten und im Ärmel gedacht, so wird mir die Jacke auch an trüben Tagen ein sicherer Begleiter auf dem Fahrrad sein. Wer wissen mag, wie ich Reflexpaspeln einnähe: klickt rüber auf den BERNINA Blog.

Wichtig war mir ein gemütlicher und dichter Abschluß am Ärmel unten. Irgendwann in meinem “Vorbereitungsjahr” kaufte ich Grobstickbündchen und nähte diese dann auch ein.

Leider werden sie im Gebrauch ein wenig “rund”, aber sie schließen vorne dicht ab und zusammen mit Handschuhen war das perfekt.

Zwischendurch habe ich mich geärgert, dass ich die Reißverschlüsse (teilbarer für vorne plus endloser für die Taschen) nicht in dunkelblau gekauft habe, zusammen mit den mittelblauen Bündchen passt es aber ganz gut. Den Kapuzenreißverschluss habe ich samstags kurz vor Ladenschluß gekauft, in dunkelblau, was aber an dieser Stelle wunderbar passt.

Als Taschenfutter habe ich keine gewebte Baumwolle verwendet, da die Taschen von innen sichtbar sind und so die nichtbedruckte Seite sichtbar wäre. Ich fand einen Rest blauen Jersey im Regal, der zwar nicht immer angenehm zu vernähen war, aber sehr viel besser passt und für die Hände kuschelig zum Reinfassen ist.

Hier sieht man auch, dass ich den unteren Saum mit einem elastischen Jerseyschrägband versäubert habe – ich mag es, wenn es innen ordentlich ist.

Es war einfach traumhaft!

Liebe Grüße
Ines

 

Material
blau melierter Softshell, weniger als im Verbrauch angegeben
Reißverschlüsse vom Stoffmarkt 2017…
Grobstrickbündchen von albstoffe

Schnitt
Susan” von pattydoo mit kostenlosem Add-On, in Gr. H
Tutorial zum Einnähen einer Reflexpaspel: BERNINA

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