Ein Geldbeutel für den Sohn

Der zweite Sohn wünschte sich zu Weihnachten neben einem Stapel Bücher einen neuen Geldbeutel. Der noch aus der Grundschulzeit stammende mit Klett verschlossene Kindergeldbeutel passte auch nicht zum fast erwachsenen Sohn und so machte ich mich auf die Suche nach einem “Männergeldbeutel” und wurde bei Wittsich mit dem Schnittmuster “Port Mann Näh” fündig.

Sein großer Wunsch war, dass der neue Geldbeutel aus Oilskin sein sollte. Er war bei mir in den letzte Monaten im Nähzimmer, wie ich ein Stück davon vernähte und meinte, das wäre ein tolles Material für seinen neuen Geldbeutel – es gab mehrere Winke mit dem Zaunpfahl während der letzten Monate, dass er einen neuen wollte!

Ich erstand auf der kleinen Nadelwelt in Friedrichshafen 30 cm vom original Merchant & Mills Oilskin. Dieser fühlt sich weich an, macht kaum Knicke und verdreckt auch nicht die Nähmaschine. In den letzten Wochen habe ich auch andere gewachste Baumwolle gekauft und stelle sehr große Unterschiede fest.

Im Schnittmuster des Geldbeutels wird extra darauf hingewiesen, dass der Stoff bügelbar sein muss, da viele Stellen mit aufbügelbarerem Vlies verstärkt werden und dass er nicht ausfransen sollte. Und ich sollte und wollte doch den Oilskin verwenden, der 1. nicht gebügelt werden sollte und 2. etwas franselt… .

Ich habe es dann trotzdem mit dem Stoff versucht. Gebügelt habe ich zwischen Backpapier, so dass sich, sollte sich Wachs lösen, diesen auch gleich wieder eingebügelt wird.

Ob und wie stark die unversäuberten Kanten ausfransen, wird wohl der tägliche Gebrauch zeigen. Viele Kanten werden umgeschlagen, festgeklebt und dann abgesteppt. Zusätzlich sind die Fächer für die Karten nur Schnitte – mal sehen, wie lange das hält.

Ich finde das Schnittmuster sehr genial gemacht und es bietet auch viele Anpassungsmöglichkeiten. Man kann bspw. selbst entscheiden, wie viele Fächer, ob evtl. mehr Geheimfächer oder wie groß der Kleingeldfachdeckel sein soll. Da könnte man auch noch Platz für Karten einbauen.

Toll finde ich auch die Beugefalte am Geldscheinfach, so dass sich der Geldbeutel gut falten lässt und nichts spannt.

Der Geldbeutel wurde gleich am Heiligen Abend umgeräumt und die anderen Söhne äußerten auch den Wunsch nach einem solchen Geldbeutel. Da werde ich aber ein kräftiges Netzfutter statt der Plastikfolie für die entsprechenden beiden Fächer verwenden.

Hinten im Geldscheinfach sind zwei Geheimfächer für Karten. Die sind so gut, dass ich vergessen habe, meine Führerschein und die andere Karte vor dem Einpacken zu entfernen. Er hat sie mir dann mit einem wissenden Lächeln (“da hast Du wohl Fotos gemacht”) überreicht.

Und um hier mehr “Realität” zu zeigen, so sah es aus, als ich nähte:

Liebe Grüße

Ines

Material
Oilskin von Merchant & Mills, an irgendeinem Stand auf der kleinen Nadelwelt gekauft
Patchworkstoff aus dem örtlichen Stoffladen
Klarsicht-Tischtuch aus dem örtlichen Stoffladen

Schnittmuster
“Port Mann Näh” von Wittsich

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Creadienstag
Handmade On Tuesday
Dings vom Dienstag

 

 

27 Gedanken zu „Ein Geldbeutel für den Sohn

  1. ELFi

    Servus Ines!
    Zuerst wünsche ich dir alles Gute für 2020 und dann bedanke ich mich fürs Zeigen der tollen Geldtasche beim DvD! Liebe Grüße
    ELFi

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  2. eSTe

    Hi Ines,
    sorry, ich muss die Frage zuerst stellen: Was kannst du eigentlich nicht ;-D? Ich bin schwer beeindruckt, du traust dich an alles ran und bist so gut in der Umsetzung. Diese Geldbörse wird ganz sicher der Renner unter deinen Söhnen und auch viele Mitleserinnen werden begeistert sein. Nachmachen werden sie nur wenige, nämlich die Unerschrockenen ;-))
    LG eSTe

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Liebe eSTe,
      ich bin ja eine leidenschaftliche Anleitungsleserin; eigentlich schon immer. Schon als Kind habe ich die Anleitungen der technischen Geräte gelesen und später dann genau nach den Burda-Anleitungen Schnittmuster “runtergenäht”. Und bei diesem Geldbeutel näht man im Prinzip die Anleitung auch “runter”. Das ist echt gut gemacht.
      Liebe Grüße
      Ines

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      1. eSTe

        Die Antwort ist klasse, so “einfach” ist es ;-D. Sollte mir eigentlich auch liegen, denn ich bin auch eine “Abwicklerin”, nur die Ungeduld dabei müsste ich bezahlen, denn die bringt Ungenauigkeit.
        LG eSTe

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          1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

            Liebe eSTe,
            es gelingt mir auch nicht alles – mit Schaudern erinnere ich mich an ein Kleid, das ich nach einem Videokurs genäht habe – das war unmöglich und landete im Abfall. Daher schätze ich gut geschrieben Anleitungen, bei denen ich nicht bei jedem zweiten Schritt überlegen muss, wie das gemeint ist. Und da ist die Geldbeutel-Anleitung richtig gut.
            Als Teenager hat mir meine Mutter ab und zu ein Schnittmuster gekauft, nicht weil sie es mir erklären konnte, sondern weil sie wusste, ich beiß mich da durch – vermutlich ist da meine Liebe zu guten Anleitungen geweckt worden (aber da war auch nicht immer alles eindeutig….)
            LG Ines

    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Liebe Bettina,
      das ist eine KLarsichtsfolie, die mein Stoffladen in zwei Stärken als Tischtuchfolie verkauft. Das ist relativ günstig und bisher ist es auch nicht gebrochen. Das Gute bei dem Geldbeutel ist, dass er nicht gewendet wird und so die Folie auch nicht verknittert wird.
      Liebe Grüße
      Ines

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ja, er hat auch gleich am Hl. Abend umgeräumt und seither wird er benutzt – das freut mich immer, wenn es so genau passt!
      LG Ines

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  3. Nanusch

    Liebe Ines,
    erst einmal wünsche ich dir ein frohes, neues Jahr!
    Die Geldbörse ist super! Ich habe gleich nach dem Schnittmuster geschaut! Und deine Umsetzung gefällt mir richtig gut! Ich habe mich an das Vernähen von Oilskin tatsächlich noch nicht herangetraut…
    LG
    CHristiane

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Dir auch ein frohes neues Jahr!
      Ich habe Oilskin bisher nur zu kleinen Täschchen verarbeitet, aber eben auch nur das hochwertige, das wenige Knitter abbekommt. Und ob Oilskin für den Geldbeutel wirklich gut ist, wird der Gebrauch zeigen – wobei ich das stark hoffe, dass es gut geht.
      Liebe Grüße
      Ines

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      In einem Curryton ( da gibt es auch einen solchen Oilskin) könnte ich mir den sogar für mich vorstellen.
      Liebe Grüße
      Ines

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  4. Schnitt für Schnitt

    Das ist sooo klasse, wenn man einen Geldbeutel genau nach Wunsch geschenkt bekommt. Wer kennt das nicht, wenn man genaue Vorstellungen hat, was man will, findet man es garantiert nicht und ist ewig auf der Suche. Perfekt, wenn man sich das selber machen kann. Und noch perfekter, wenn man eine Mama hat, die das macht und für das perfekte Weihnachtsgeschenk sorgt. Du bist die Beste!
    Liebe Grüße Christiane
    PS: Bitte erzähl uns dann bei Gelegenheit mal, wie er sich bewährt hat.

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Das netteste war, als er dann abends zufrieden sagte, der Geldbeutel sei das beste Geschenk – jetzt hoffe ich nur, das Oilskin hält nicht nur ein paar Wochen. Da berichte ich auf jeden Fall.
      Liebe Grüße
      Ines

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  5. Alexandra Müller

    Hallo, ich bin ja eigentlich nur ein stiller Leser, aber der Geldbeutel ist echt der Hammer. Schaut schöner aus als ein gekaufter. Liebe Grüße Alex

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Vielen Dank Alex! Ich hatte es gehofft, war dann aber am Ende auch sehr froh, dass er gar nicht nach “selbergenäht” aussah. Aber das ist echt der Anleitung zu Verdanken!
      Liebe Grüße
      Ines

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  6. Monika

    Liebe Ines,
    da ist ja wirklich eine tolle Börse. Und alle Wünsche wurden erfüllt. Genial. Bin sehr beeindruckt was Du alles nähst. Vielleicht erzählst Du mal wie sich das Material bewährt.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Monika

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Die Freude stand dem Sohn auch ins Gesicht geschrieben. Wie sich das Oilskin und speziell die unversäuberten Kanten verhalten, bin ich auch sehr gespannt – ich berichte!
      Liebe Grüße
      Ines

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  7. made with Blümchen

    Das Oilskin sieht hier fast ein bisschen wie dunkles SnapPap aus. Ob der Geldbeutel sich wohl auch aus diesem eher steifen aber nicht fransenden Material nähen lässt? Öftere Winke mit dem Zaunpfahl – herrlich! Demnächst anscheinend auch von den anderen Söhnen? Liebe Grüße, Gabi

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Aus SnapPap würde ich den nicht gerne nähen wollen – ich werde damit einfach nicht warm. Dünnes Leder – das wäre klasse dafür!
      Liebe Grüße
      Ines

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