Stoffspielereien Juni 2017: schwarz und weiß

„Weisheit ist begreifen, daß man nicht weiß, ob etwas schwarz oder weiß ist.“
Umberto Eco,
Streichholzbriefe 1993

„Wenn man Worte hört, darf man sie nicht ungeprüft lassen. Wenn sie mehrfach überliefert werden, so wird aus weiß schwarz und aus schwarz weiß.“

Lü Buwei,
chinesischer Kaufmann, Politiker ud Philosoph, ca. 300 v.Chr. – 235 v.Chr.

 

Heute ist wieder Stoffspielereien-Sonntag; dieses Mal zum Thema „schwarz-weiß“, gesammelt von Lucy Nahtzugabe.

Meine erste Assoziation zur Schwarz-Weiß-Thematik war die optische Illusion. Dazu kamen noch das Thema „Mosaik“, da ich in unserem in Istrienurlaub römische  Bodenmosaike entdeckte.

Zuhause erstand ich jeweils einen Meter günstigen Stoff in schwarz und weiß, da ich einfach mal ausprobieren und mit gutem Gewissen einfach in den Stoff schneiden wollte.

I. Die optische Illusion

Am Anfang stand meine Zeichnung.

und die Idee, einen solchen Block zu nähen. Bis ich wusste wie, hatte ich einiges an Murks fabriziert… .

Dann wurde es mir klar. Zweimal fünf Streifen (Zuschnitt hier: 1,5 “) zusammennähen, einmal ein Streifen mehr weiß, einmal mehr schwarz. Nahtzugabe zur schwarzen Seite bügeln.

Daraus zwei Quadrate schneiden –

Diagonal unterschiedlich teilen –

Daraus lassen sich dann kleine Blöcke nähen.

Das lässt sich dann zu einem Block wie ich ihn skizziert habe, zusammensetzen.

Und dann begann die Spielerei, da ich beschloss, weitere Blöcke zuzuschneiden. Diese 4 x 4 Einzelblöcke ließen sich dann in allerlei Varianten zu einem Miniquilt zusammensetzen.

Mir gefiel spontan die 3. Variante am besten, da befindet sich meine Ursprungsidee in der Mitte.

Am liebsten würde ich mir nun einen großen Quilt mit diesen Blöcken nähen, da müsste ich mich auch nicht für den Ausschnitt entscheiden. Gut vorstellen könnte ich mir es auch in anderen Farben – mal sehen, ob ich jemals dazu komme. Vorerst sollte ich den Miniquilt noch vollenden mit Vlies, Rückseite und Binding – und dann wäre ja auch noch die Frage des Quiltings und die Farbe desselben zu lösen…

II. Das geometrische Patchwork

Auch hier stand am Anfang die Skizze, diesmal in zwei Varianten.

Ich habe wieder Streifen zugeschnitten und den Block nach und nach zusammengesetzt.

Der Block gefällt mir auch ganz gut, er ließe sich gut beliebig vergrößern. Spannend finde ich, das er diagonal gespiegelt ist.

III. Die Mosaikbordüre

Diese Bordüre habe ich jetzt so nicht als Bodenmosaik gesehen, aber so in etwa… .

Da ich hier mit dem typischen Block des Patchworks nicht zurecht kam, habe ich einen Streifen Quilters Grid genommen und die Bordüre gepixelt, was ja ganz gut auch zum Mosaikgedanken passt (eine Anleitung, wie man mit Quilters Grid näht, zeige ich hier).

Abgenäht (das rollt sich immer ein)…

… ein fertiges Miniquadrat hat eine Kantenlänge von 1/2 “:

Am besten sieht es aus, wenn oben und unten ein schwarzer Streifen angefügt wird.

Momentan bin ich noch am Überlegen, wo ich diese Bordüre verwende.

Mir hat diese schwarz und weiße Stoffspielerei sehr viel Spaß gemacht. Viele Dank Lucy Nahtzugabe für die tolle Idee und fürs Sammeln heute. Ich bin schon gespannt auf die anderen schwarz-weißen-Stoffspielereien!

Liebe Grüße

Ines

 

Stoff
schwarzer und weißer Stoff von IKEA
Kosten zusammen 6 Euro

Schnitt
eigene Ideen

Stoffspielereien
Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der vorläufige Plan für die nächsten Monate, kurzfristige Terminänderungen sind möglich:

Juli/August  2017: Sommerpause
24. September 2017: Von der Natur inspiriert (Siebensachen)
27. Oktober 2017: Fäden auf Farbe (Ute – 123-Nadelei)

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28 Gedanken zu „Stoffspielereien Juni 2017: schwarz und weiß

  1. frau nahtlust

    Wow – sieht wirklich sehr nach optischer Täuschung aus, da flimmern mir die Augen! Das hast du also richtig klasse hinbekommen! Und diese Geduld und für mich Friemelarbeit….bewundere ich bei dir immer wieder. Hut ab! LG. Susanne

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Beim Nähen hat es zum Glück nicht geflimmert, da finde ich Karostoffe extrem schlimm. Ich habe in der Familie eigetnlich den Ruf weg, eher die schnelle Lösung zu suchen, merke aber in letzer Zeit, dass ich mich in den Patchworkarbeiten verlieren kann…
      Liebe Grüße
      Ines

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  2. Mareike

    Liebe Ines,

    toll was Du da genäht hast. Die Bordüre schreit geradezu danach, einen Quilt einzurahmen. Und zwar den aus dem ersten Block, den Du genäht hast. Die optische Illusion etwas größer mit mehr Blöcken sähe bestimmt toll aus. Wobei die bestimmt vor der Bordüre noch einen breiten Streifen Weiß benötigen, sonst wird es doch arg unruhig. Du siehst, ich schmiede schon Pläne für Deine Blöcke 🙂

    LG Mareike

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Liebe Mareike,
      der Gedanke eines großesn Quilts hat mich auch noch nicht losgelassen. Mal sehen, wieviel Zeit mir der Sommer lässt (wir haben ein neues Sofa, noch ohne Decke!)
      Durch das QuiltersGrid und die vielen Nähte ist die Bordüre relativ fest, da weiß ich noch nicht, ob ich das so außen an einem Quilt haben mag, da geht das Kuschelige verloren. Aber ich denke grad an Taschen, Handtücher, Bucheinschläge,…
      Liebe Grüße
      Ines

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  3. made with Blümchen

    Großartig, deine schwarz-weißen Spielereien! Die Bordüre mag ich am liebsten, und wenn sie so fest wird, eignet sie sich sicher für Taschen oder Umschläge am besten, wie Du eh auch schon angedacht hast! lg, Gabi

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Danke! Du kannst es Dir wahrscheinlich vorstellen, dass die Bordüre etwas fester ist. Ich hoffe, sie verschwindet nicht in einer Kiste, sondern mir kommt die nächsten Wochen ein Projekt über den Weg, wo ich sie verwenden kann.
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  4. Suschna

    Wow, das erste ist richtig Op-Art, das würde ich am liebsten gleich nachmachen und in mein Stoffbuch einfügen. Toll! Und danke, dass du die Entstehungswege jeweils so gut zeigst.

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ja, dein Stoffbuch ist eine gute Idee. Vielleicht sollte ich ein „Patchwork-Block-Buch“ für mich kreieren.
      Liebe Grüße
      Ines

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  5. Mond

    Da flimmert es mir auch ein bisschen vor den Augen – aber spannend und schön sind Deine Experimente! Herrliche Anregungen. Gerade denke ich: Es wäre auch toll, mal einen kompletten Mosaikquilt zu nähen, angelehnt an alte Fußbodenmosaike. Vielleicht farbig in der Mitte und mit so einer schwarz-weißen Bordüre außen herum?

    Herzliche Grüße!

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ja, ein kompletter Mosaikquilt würde mir auch gefallen. Aber dann würde ich vermutlich auf das Quilters Grid verzichten und einfach Quadrate aneinandernähe Und da wäre dann die Bordüre echt passend!
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Doch, Du bekommst so was auch hin. Mit einem gescheiten Patchworkfuss geht das relativ einfach – einfach ausprobieren!
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  6. griselda

    Bei Patchworkmustern ist es doch immer wieder faszinierend wie durch geschickte Schneidetechniken vermeintlich hochkomplizierte Muster ganz einfach entstehen. Ich muss bei Quilts auch immer gucken wie das gemacht sein könnte….. 🙂
    Super, dass du dir das selbst erarbeitet hast, das hast du super gemacht.
    Mich erinnert das sehr an Vasarely, den mag ich ja sehr!

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Während der Ideenfindung kam ich an vielen optischen Illusionen (auch von Vasarely) vorbei, aber bei dieser Variante konnte ich mir auch einen kleineren Block vorstellen – nur fitzelig aus Einzelteilen finde ich Patchwork sehr mühsam und freue mich dann, wenn ich einen „rationelleren“ Weg finde.
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  7. KAZE

    Ich bin immer wieder fasziniert, wie exakt du dir solch ein Thema erarbeitest.Vasarely würde sich wie Bolle freuen, könnte er deine Stoff sehen.Da muß ich Martina recht geben.Einen Quilt aus nur zwei Farben, würde mich auch reizen, erst recht wenn es solch tolle Blöcke sind.
    Viele grüße Karen

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Wenn das Thema mihch anspricht, kann ich mich da echt Tage drin verlieren (und lass dafür anderes liegen…)
      Und ja, Vasarely liegt da nicht fern!
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  8. Christa

    Sieht großartig aus! Danke, dass du zeigst, wie du es gemacht hast, für Nicht-Qulterinnen wie mich. Ob das Muster einen in groß nicht erschlägt? Als Bucheinband kann ich es mir toll vorstellen, oder als kleines Wandbild. LG Christa

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Für eine großen Quilt könnte man die Streifen auch breiter schneiden – für die ganz schnelle Variante auch mit vorgeschnittenen JellyRolls.
      Liebe Grüße
      Ines

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    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Danke – vielleicht schaffe ich irgendwann eine größeren Quilt draus.
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
  9. Siebensachen

    Oh, ganz toll; das spricht mich sehr an, vor allem dein schwarz-weißes „Spinnennetz“. Aus Mustern nach diesem Prinzip kann ich mir auch sehr gut einen Quilt vorstellen.
    LG
    Siebensachen

    Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      „Spinnennetz“ ist als Name für den Block klasse! Wenn also da mal echt ein Quilt draus wird…
      Liebe Grüße
      Ines

      Antworten
    1. Nähzimmerplaudereien Beitragsautor

      Ja, manchmal reichen einfach zwei Farben – da brauchts nicht die ganze Farbpalette (und es stellt sich nicht die Frage, ob es zusammenpasst).
      LG Ines

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Ich freu mich über Deine Worte: