Streifen – das Thema der heutigen Stoffspielereien bei 123-Nadelei – kommen bei mir v.a in zweierlei Form unter die Nähmaschine: Streifenjersey, der zu Shirts vernäht wird und “Jelly Rolls” bzw. “Roll Ups” . Das sind meist wunderschöne Stoffschnecken mit üblicherweise 20 oder ca. 40 Streifen in 2,5 ” Breite über die gesamte Stoffbreite geschnitten. Meist sind dies Stoffe einer Kollektion, die perfekt miteinander harmonieren bzw. zueinander passende Unis . Und als nun 123-Nadelei dieses Thema für die Stoffspielereien vorschlug, beschloß ich, mit den von meinem Babyquilt übriggebliebenen Stoffstreifen einen Bargello-Quilt auszuprobieren. 

Ich hatte zehn verschiedene Streifen in gelb und rot übrig, die ich so anordnete, dass die gelben Streifen in der Mitte sind, die Rottöne auf beiden Seiten:

Diese habe ich mit einer Nahtzugabe von 1/4 ” zusammengenäht, die Nähte habe ich auseinandergebügelt.

Dieses Gebilde, nun ca. 1,10 m x 0,55 m groß, habe ich in unterschiedlich breite Streifen geschnitten. Trotz meines vermeintlich akkuraten Zuschneidens mit Rollschneider und Lineal musste ich immer wieder auf einen akkuraten rechten Winkel korigieren. In der Breite betrugen die neuen Streifen zwischen 2,5 ” und 1”.

Diese Streifen werden nun im Bargello-Muster, also immer um ein Segment nach oben oder unten verschoben, angeordnet. Je nach Streifenbreite und Anordnung ergeben sich immer wieder andere Muster. Seit ein paar Wochen habe ich ja eine Designwand, die war super zum Anordnen und Ausprobieren.

Und dann ging es ans Abtrennen der unteren Segmente und das oben Hinnähen derselben,

so daß sich eine Fläche ergibt. Eine andere Variante, einen Bargello zu nähen, besteht darin, eine Art Tunnel zu nähen, so dass nur noch aufgetrennt werden muss. Da ich aber die Wirklung ausprobieren  wollte, war dieses Abtrennen und Annähen die bessere Lösung.

Da mein Nähzimmer relativ klein ist und die Designwand im Flur hängt, holte ich anschließend immer ein oder auch zwei Streifen, nähte an, bügelte und holte den nächsten Streifen – das war zur Abwechslung Nähen mit Bewegung.

Da ich mir – wie so oft – mit dem Quilten unsicher war, habe ich einfach nicht gequiltet. So wirken die Bargello-Wellen nur für sich. Als Vlies bügelte ich ein H630 auf, die Rückseite ist ein Uni. Irgendwie konnte ich mir kein sichtbarers Binding vorstellen (da das Bagellomuster wirken sollte), so habe ich die Binding-Streifen unsichtbar nach hinten angenäht.

Tja, und eigentlich wollte ich diesen Bargello-Miniquilt als Läufer für unsere alte Flohmarkt-Kommode.

Aber vermutlich werde ich ihn an die Wand hängen, denn die Kommode ist selten leer – meist ist da jede Menge Familienkram drauf. Und da wäre es schade, wenn das Muster zugemüllt wird. Ich hätte da so ein schmales Stück Wand übrig…

Nun freue ich mich auf viele weitere Streifen-Stoffspielereien, gesammelt bei 123-Nadelei – vielen Dank für die schöne Idee!

Liebe Grüße

Ines

 

Stoff
Reste einer RollUp

Schnitt
Bargello – Quilt
Im Netz gibt es dazu viele freie und kostenpflichtige Anleitungen. Ich konnte leider nicht herausfinden, woher der Name stammt und ob er etwas mit dem Palazzo del Bargello in Florenz zu tun hat.

unsichtbares Binding
Wenn ich dazu das Tutorial fertig habe, verlinke ich es hier.

 

Stoffspielereien

Was sind die Stoffspielereien?

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der vorläufige Plan für die nächsten Monate, kurzfristige Terminänderungen sind möglich:

28.10.2018: „Seide“ bei Siebensachen
25.11.2018: “Sterne” bei Nähzimmerplaudereien
Dezember: Weihnachtspause
27.01.2019: “Ich war einmal” – Upcycling bei Textile Werke
24.02.2019: „Farbverläufe“ bei Schnitt für Schnitt
31.03.2019: „Geometrie“ bei Feuerwerk by Kaze